Kommentare aus der AMAZONAS-Box
Politik und Technik aus München - Pazifistisch
mit dem Fahrrad (Peace, cycling and more)

Kulturelles

Montag, 25.7.2005    

Religionsfreie Zone - hier auch!

Wieder mal beim Schockwellenreiter gesehen - die Religonsfreie Zone.

Es geht um "Heidenspaß statt Höllenqual!", die Gegenveranstaltungen zum katholischen "Weltjugendtag" (Köln, 15.-21. August).

Ich zitier mal aus der FAQ:

Frage: Warum "Religionsfreie Zone"?
 
Antwort: Aktueller Anlass: Köln wird im August von Heerscharen bigotter Menschen heimgesucht. Wir wollen mit unseren „religionsfreien Zonen“ all jenen Asyl gewähren, die sich von dieser staatlich geförderten Frömmelei verfolgt fühlen.
Allgemeiner Hintergrund: Ein Großteil der weltweiten Konflikte und Kriege ist religiös motiviert bzw. wird durch religiöse Propaganda zusätzlich verschärft. Früher kämpfte die Friedensbewegung für „atomwaffenfreien Zonen“, heute ist es angebracht, auch für „religionsfreie Zonen“ zu streiten. Denn solange Religiöse an der Macht sind, wird es immer wieder heißen: „Du wirst dran glauben - oder du wirst dran glauben!“
Auch deshalb treten wir für eine laizistische Gesellschaft ein, d.h. für die strikte Trennung von Staat und Kirche/Religion. Religion sollte Privatsache sein. Wer auch heute noch hinreichend widerlegten, archaischen Mythen Glauben schenken möchte, darf dies selbstverständlich tun. Nur sollte dies im 21. Jahrhundert keine Auswirkungen mehr auf die Politik haben.
Leider aber hat sich in dieser Hinsicht seit den Tagen Ludwig Feuerbachs nur wenig verändert. Was Feuerbach vor rund 150 Jahren schrieb, hat in Deutschland traurigerweise auch heute noch Gültigkeit: „Die Katholiken und Protestanten haben, vom Staate unangefochten, Religionsfreiheit, d.h. Freiheit von der Vernunft, von den Gesetzen der Humanität, die Freiheit, durch Missionen dem Volk den Verstand aus dem Kopfe und das Geld aus dem Beutel zu nehmen.“

... mehr über Freidenker und andere Freigeister (und auch wer die Zeche zahlt!)

Dazu fällt mir noch das Thema "Militärseelsorge" ein.

Sonntag, 26.6.2005    

Saison in München: Hide-Out Blues Festival

Rocjk and Blues RotkreuzplatzSeit Jahren für mich der Höhepunkt des Jahres auf dem Rotkreuzplatz - das "Hide-Out Open Air-Bluesfest auf dem Rotkreuzplatz" - Immer ein spitzen Musikangebot (Bild: SisterAct) - prima Ambiente und Stimmung.

Heuer hätte ich es beinahe verpaßt, wenn ich nicht zufällig vorbeigekommen wäre. Wer schnell ist: Heute noch bis 22 Uhr!. Ja, ich geh nachher wieder hin, auch wenn ich eigentlich gar keine Zeit hätte.

Und was ich bei der Gelegenheit entsetzt feststelle: Das Hide-Out vor der Schließung!? (Auch wenn ich selber viel zu selten dort war) - Das Hide-Out darf nicht sterben.. München darf sich sowas nicht bieten lassen.

Das Hideout ist inzwischen in die Volkartstrße umgezogen!

Ach ja: Boogie Stuff: Long Way to Memphis - MP3 leider nicht mehr da ;.(

Donnerstag, 16.6.2005    

Hochschulen - Wach bleiben!

Die Lange Nacht der Universität (Link weg) sticht mir bei minga.de (auch weg) ins Auge (sorry, schon etwas her).

Eine Aktion der Kürzungsproteste: Am Donnerstag, 23.6.2005 finden Vorlesungen durch die Nacht im Audimax der GSU (auch weg) statt - mit Frühstück ;-)

Ich bin immer heilfroh, wenn wieder mal etwas die Befürchtung von "Friedhofsruhe an den Hochschulen" widerlegt. Normalerweise werde ich da fast nur bei Indymedia fündig, und meistens findet das anderswo statt.

Diese Lange Nacht als Protest gegen die Bildungsmisere - das gefällt mir (vor allem wenn der längerfristige Protest danach nicht zuende ist).

Jüngst hab ich (Stichwort kritische Wissenschaft) als überregionalen studentischen Zusammenschluss die hier entdeckt: LiRa - das "Bündnis linker und radikaldemokratischer Hochschulgruppen". So lange ich auch schon von der Hochschule weg bin, bin ich doch froh wenn sich dort noch was Vernünftiges unter Studenten tut :-).

LORA kann aufs Streetlife

Die Hoffnung, die ich bei den anderen Texten aussprach, trügte mich nicht: Green City kam doch mit Charivari klar und LORA darf aufs Streetlife-Festival. Erst mal vielen Dank an die Beteiligten! (Dank auch an minga.de (Link tot) das Thema mit aufzugreifen!)

Ob das auch funktioniert hätte, wenn LORA nicht an die weitere Öffentlichkeit gegangen wäre? Wer weiß, es kam immerhin zu einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung [leider nicht online gefunden]. Green City meint ja LORA hätte abwarten können ...

Die Diskussionen an verschiedenen Stellen gingen natürlich darüber hinaus: Wieviele öffentliche Anliegen sind heute drastisch auf Sponsoring angewiesen? Zu viele Menschen denken sich nichts dabei die "Öffentliche Armut" noch verschärfen zu lassen. Staatliche Aufgaben reduzieren sich dann auf Polizei, Überwachung, Gefängnis und Militär (ach so - warum wird das nicht gesponsort? Das wär mal eine Variante die mir einleuchten würde).

Ein anderer Aspekt beim Sponsoring: Viel Arbeitskapazität geht auf "Fundrising" drauf, wie das so schön heißt. Die so Aktiven fühlen sich dann doch den Sponsoren verpflichtet, und schwupps, klappt die Schere im Kopf zu. Wie soll man rauskriegen, was alles "vorauseilend" unterbleibt aus Rücksicht auf die Sponsoren - bei all den Projekten, die wir so kennen?

Mittwoch, 15.6.2005    

Antwort Green City

Der Konflikt um LORA wird zumindest etwas transparenter, meiner Ansicht nach müsste es wirklich nicht so laufen. Zunächst: Die Antwort von Green City hier im Kommentar nebenan bekam ich auch per Mail und hab es neben die LORA-PM ebenso als PDF abgelegt. Im Kern läuft die Argumentation auf eine Fristversäumnis durch LORA hinaus, kann ich aber so nicht richtig akzeptieren.

Radio Charivari hat auch kurz geantwortet, hat Verständnis geäußert, daruf hingewiesen daß Green City nicht auf ihr Betreiben hin den Ausschluß machte - aber gleichzeitig festgestellt, daß solche Klauseln üblich sind und es ausdrücklich um eine juristische Erfüllung eines Vertrages geht. Damit wurde aber nach meinem Dafürhalten die Türe nicht automatisch zugeschlagen, Green City sollte noch einen Anlauf machen:

Ich frage Green City und Charivari, ob nicht aus der Offensichtlichkeit, daß LORA und Charivari sicher nicht auf dem "gleichen Markt" agieren (LORA als "Konkurrenz" zu Charivari?), hier eine Gesprächsbereitschaft bestehen sollte, um die betreffende Vertragsklausel vielleicht im Konsens doch sinnvoller zu interpretieren - das muß keine Sache von Paragraphen sein, finanziell sollte das in diesem Fall sowieso keine Rolle spielen (es wäre zumindest sehr willkürlich).

Fristen spielen sonst eine Rolle meist wegen Platz und zur Orientierung, sind aber nach meiner Erfahrung (bei anderen Veranstaltern?) kein harter Anschlag. Ich hoffe tatsächlich, daß die Beteiligten noch mal darüber reden.

Im übrigen sollten Sponsorenverträge hier wirklich sinnvoller ausshen, um solche Ausschlüsse an falscher Stelle gar nicht erst auftreten zu lassen.

Ergänzung: Danke für die Kommentare hier und hier!

Dienstag, 14.6.2005    

Greencity & Charivari gegen Radio LORA

[Update 16.6. siehe hier] Das Münchner Streetlife-Festival ist eigentlich auch ein Festival der alternativen Szene. Die Unterstützung durch kommerzielle Musiksender muß kein Problem sein, das Ganze macht ja Aufwand.
Für Nicht-Münchner: Der größte Teil der Leopoldstraße wird dabei 2x im Jahr mit dem Stichwort "Corso Leopold" zur autofreien Flaniermeile mit attraktivem buntem Programm.

Nur, was jetzt passiert "schlägt dem Faß die Krone ins Gesicht":

Radio LORA, als nichtkommerzielles alternatives Radioprojekt, das immer wieder half für kritische politische Inhalte Öffentlichkeit zu schaffen, wurde durch Greencity (der federführende Verein) vom Streetlife-Festival ausgeschlossen, wegen vertraglicher Vereinbarung mit Radio Charivari wie es heißt [Ergänzung: LORA wollte lediglich einen Infostand wie andere alternative Gruppen auch]. Nichts gegen Unterhaltungsmusik auch von kommerziellen Sendern - aber wenn sich diese Kommerzmaschine nicht zu schade ist solche kleinen Nischen wie LORA anzugreifen, dann hört der Spaß auf!

weitere Ergänzung: hier die LORA-Presseerklärung (PDF 78k) dazu.

Das ist ein weiteres Beispiel wie die Kommerzialisierung der Medien Kultur schleichend quasi Zensur fördert - denn auf nichts anderes läuft es hinaus, wenn ein Projekt wie Radio LORA von Veranstaltungen wie dem Streetlife-Festival ausgeschlossen wird. Der Einfachheit halber hänge ich meine Protestmail an. Vom Sozialforum München ist auch Protest unterwegs.

Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele sich dieses Themas annehmen würden!

(Inzwischen habe ich das "Referat für Gesundheit und Umwelt" als Mitveranstalter entdeckt und die Mail auch dorthin weitergeleitet).

Von: f.iberl@amazonas-box.de
Betreff: LORA-Ausschluss Streetlife
An: buero@greencity.de, radio@charivari.de
Cc: (Sozialforum München, LORA)
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
das Streetlife-Festival habe ich - in erster Linie als Konsument ;-) - aber durchaus politisch als Erfolgsgeschichte erlebt.
 
Jetzt muß ich hören, daß Radio LORA dabei ausgeschlossen wurde.
 
Das Streetlife-Festival war immer auch ein Platz für die alternative Szene. Radio LORA leistet unverzichtbare Beiträge für kritische politische Öffentlichkeitsarbeit. Radio LORA ist bekanntermaßen kein "kommerziell betriebener Anbieter", sondern ein Sendeplatz mit viel ehrenamtlichem Engagement, das sonst kaum zu finden ist.
 
Daß ein solches Festival von kommerziellen Musiksendern unterstützt wird kann bei dem Aufwand natürlich eine gute Sache sein. Wenn das dazu führt, daß Greencity beim Festival Radio Lora ausschließt, fällt das auf Greencity zurück.
 
Mit so einem Vorgang ist Greencity kein vorzeigbarer Verein mehr. Ich werde meinen Protest öffentlich vertreten.
Radio Charivari sollte den Protest natürlich auch zu spüren bekommen.
 
Mit zornigen Grüßen
Franz Iberl

Montag, 13.6.2005    

Kritische Wissenschaft

... hat es schwer in diesen Zeiten.

Den Kongress kritische Wissenschaft hab ich jetzt erst entdeckt - klingt vielversprechend. Ich bin wg. Sozialforum eigentlich schon belegt (kapazitätsmaßig, nicht terminlich) - aber empfehlen kann ich diesen Kongress trotzdem schon mal.

Freitag, 27.5.2005    

an alles gedacht

.. so gibt es beim Veranstalter vom StuStaCulum Ohropax zu kaufen ;-)

Samstag, 21.5.2005    

Kittner wird 70

.. und das ist Anlaß, ihm hier zu gratulieren.

Es ist wahrscheinlich ganz grob 25 Jahre her daß ich das Programm auch mal in seinem Hannoveraner Theaterchen (Theater an der Bult - tab) erlebte (mit Hektik am Schluß, weil wir nach der Hanovermesse zum Schlafwagen für die Rückfahrt mußten; Cebit gabs da übrigens noch gar nicht).

Da kannte ich ihn schon von damals gar nicht so seltenen Auftritten in München.
Deutschland kaltes Vaterland MP3 2.2 Mb

Jetzt lieferte die Schwäbische Zeitung online ein Interview, angenehm - ist leider weg.

Samstag, 30.4.2005    

Kreislers Politiker

gerade entdeckt (ich glaub er hat noch mehr Politiker-Lieder, aber das ist grad greifbar ;-), hört es Euch an:

Ein Politiker hat keine Liebe , (MP3 nicht mehr da :( ) Geog Kreisler

Sonntag, 13.3.2005    

kann es sein

... daß die heutigen "Samba-Straßenmusikanten" eine verwandte Rolle einnehmen, wie sie früher, ganz früher, die Schalmeienkapellen inne hatten?

Samstag, 12.3.2005    

Dave Allen Sketch

Dave Allen starb vorgestern, und ich höre zum ersten mal (bewußt) von ihm, das aber heftig.
IT&W stellt diesen Sketch als RealMedia Video* vor (nur 170kb). Trotz der miserablen Qualität - heftigst!

In den Kommentaren dazu noch vom Cartoonist ein Link zur Site, bei der man "wenigsten" viele Dave-Allen-Stories nachlesen kann (in English, ok?).

Aus der Nachricht im Guardian: " ... His use of the word "fuck" on air in 1990 prompted the BBC to issue a public apology and MPs to ask questions about him in the Commons. ..."

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* hier zum Download, bei IT&W der Link zum Stream